Jahresrückblick 2025 – Ausblick 2026

Positives Highlight 2025

Mich hat die Bürgermeisterwahl begeistert. Vier Kandidaten, volle Räume im Dorfgemeinschaftshaus und ein wirklich reges Interesse: Viele Bürgerinnen und Bürger haben über die Wahl gesprochen, diskutiert, abgewogen. Das ist für mich gelebter Pluralismus und ein starkes Zeichen für ein demokratisches Gemeindeleben. Diese Energie und Gesprächsbereitschaft nehme ich als Rückenwind mit. Für mich war ein positives Highlight, wie viel in unserer Gemeinde im Ehrenamt getragen wird – oft ganz selbstverständlich und ohne große Bühne. Ob Feuerwehr, Vereine, Veranstaltungen oder Nachbarschaftshilfe: Da steckt viel Herzblut drin. Das ist eine Stärke, auf der wir aufbauen können. Und ich habe 2025 auch erlebt, dass wir trotz unterschiedlicher Meinungen immer wieder zusammenkommen können – wenn man miteinander spricht und die Dinge sauber erklärt.

Lernen aus dem Rückblick

Kritische Entwicklung/Entscheidung 2025

Kritisch sehe ich weniger einzelne Personen oder Debatten, sondern die Gesamtlage: Wir haben große Erwartungen, aber finanziell enge Spielräume. Das zwingt uns zu Prioritäten und zu ehrlicher Kommunikation. Und ich wünsche mir, dass wir bei strittigen Themen – etwa erneuerbare Energien – noch stärker vom Lagerdenken wegkommen. Es geht nicht darum, ob jemand ‘dafür’ oder ‘dagegen’ ist, sondern wie wir es so gestalten, dass die Gemeinde wirklich profitiert und der Zusammenhalt nicht leidet. Kritisch sehe ich die Art, wie 2025 manche Diskussionen rund um erneuerbare Energien gelaufen sind – zum Beispiel beim angedachten Windpark in Schmölau. Es ging zeitweise sehr hitzig zu, und da hätte eine gezieltere Beteiligung aller Interessenlagen deeskalierend wirken können. Vor allem braucht es bei solchen Themen eine sachlichere Diskussion, die auch begleitet wird. Genau hier müssen wir als Gemeinde lernen: bessere Verfahren für komplexe Entscheidungen – etwa bei der Errichtung von Solarparks – damit der Prozess fair, transparent und nachvollziehbar ist.

Welche Aufgaben hat ein Bürgermeister?

Erste Wochen als Bürgermeister

Die ersten Wochen waren intensiv – viel Zuhören, viel Sortieren, viele Gespräche. Mir war wichtig, schnell ansprechbar zu sein und einen realistischen Überblick zu bekommen: Wo stehen Haushalt, laufende Projekte, Personal, Pflichtaufgaben? Gleichzeitig habe ich gemerkt, wie groß der Wunsch nach Klarheit ist: Was passiert wann, wer entscheidet was, und warum?
Mein größter Aha-Moment war, wie viel zeitaufwändige, verwaltende Arbeit ein Bürgermeister hat – und wie wenig davon nach außen sichtbar ist. Selbst eine kleine Gemeinde bewegt sich in einem dichten Geflecht aus Zuständigkeiten und Bürokratie innerhalb der Struktur einer Verbandsgemeinde. Ich möchte das künftig stärker erklären und transparenter machen. Besonders wichtig waren in den ersten zwei Monaten die Gemeindemitarbeitenden, weil sie sehr genau wissen, wo welche Probleme liegen, und die Kolleginnen und Kollegen der Verbandsgemeindeverwaltung, über die viele Vorgänge laufen – von Vorkaufsrechten über Bauangelegenheiten bis hin zu konkreten Ausbesserungsarbeiten. Und natürlich die Bürgerinnen und Bürger, die in die Sprechstunde kommen oder mich auf Veranstaltungen ansprechen. Ich war in dieser Zeit bei vielen öffentlichen Terminen präsent – vom Volkstrauertag über die Seniorenweihnachtsfeier bis zur Wanderung am Grünen Band.

Kommunikation und Herausforderungen

Agenda-Themen 2026

2026 stehen bei mir vier Themen im Vordergrund: Erstens Kommunikation – ich will mehr Menschen erreichen, über einen Bürgerbrief, über Social Media und über die Internetseite. Der Spagat ist enorm: von jung bis alt, von technikaffin bis komplett analog. Zweitens Bürgerbeteiligung und Diskussionskultur, gerade bei strittigen Themen wie erneuerbaren Energien: Wir brauchen klare, verlässliche Prozesse. Drittens das Waldbad: Es braucht konzeptionell ein Update und eine tragfähigere Struktur, damit es langfristig funktioniert. Viertens die Stärkung des Gemeindelebens – insbesondere über Vereine und Orte der Begegnung, damit Gemeinschaft nicht nur ein Wort bleibt.

Erneuerbare Energien in der Gemeinde

Konkretes Projekt/Idee für 2026

Ein konkretes Ziel für 2026 ist, den Leitplan Erneuerbare Energien zu beschließen. Damit schaffen wir Kriterien und Verfahren, wie wir solche Projekte bewerten und wie Beteiligung organisiert wird – frühzeitig, fair und transparent. Dazu passt, dass ich bereits einen Runden Tisch initiiert habe, zum Solarpark Siedendolsleben: Alle Interessengruppen sollen gemeinsam beraten, damit es sachlich bleibt und nicht aneinander vorbei diskutiert wird. Das wird bereits im Januar 2026 stattfinden. Gleichzeitig möchte ich 2026 einen Suchprozess starten, um den Vereinen in Dähre perspektivisch eine Heimat zu geben – einen Ort, an dem sie sich treffen und für die Gemeinschaft arbeiten können. Beim Waldbad wird es eine Arbeitsgruppe zur Zukunftsentwicklung geben, auch mit Blick auf den Zeltplatz und Tourismus. Und insgesamt ist mir ein Punkt besonders wichtig: Nachwuchs fürs Ehrenamt – ohne neue, jüngere Mitstreitende wird vieles auf Dauer nicht zu halten sein.

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