Unsere Gemeinde gemeinsam gestalten: Beteiligung braucht verlässlichen Dialog

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Am 28. September habe ich im Gemeinderat im Dorfgemeinschaftshaus Bonese über ein Anliegen gesprochen, das mich seit meinem Amtsantritt begleitet: Wie können wir mehr Menschen dafür gewinnen, die Zukunft unserer Gemeinde mitzugestalten? Die Erfahrungen der vergangenen Monate zeigen mir, wie viel Bereitschaft dazu vorhanden ist – und wie viel Arbeit es braucht, damit aus einem Gespräch auch eine nachvollziehbare Weiterarbeit wird.

Begonnen habe ich meinen Bericht mit einem Dank an unsere Ortsteile. Vereine, Feuerwehren, Initiativen und viele einzelne Bürgerinnen und Bürger haben in den vergangenen Wochen Veranstaltungen organisiert und Begegnungen ermöglicht. Dieses Engagement hält unsere Gemeinde zusammen. Wer Zeit, Ideen und Verantwortung einbringt, gestaltet das Leben vor Ort bereits ganz unmittelbar mit.

Auch bei Fragen der Gemeindeentwicklung haben wir in diesem Jahr verschiedene Wege des Austauschs erprobt: Runde Tische zu Photovoltaikvorhaben, den Workshop „Dähre 2050“ und die öffentliche Veranstaltung zum möglichen Windpark am 19. September. Dabei sind unterschiedliche Vorstellungen von der Zukunft unserer Gemeinde sichtbar geworden. Es gab deutlichen Widerspruch und teilweise heftige Diskussionen.

Für mich gehört dazu, diese Erfahrungen ernst zu nehmen. Bürgerbeteiligung ist auch dann wertvoll, wenn am Ende unterschiedliche Auffassungen bestehen bleiben. Gerade bei Vorhaben, die unsere Landschaft und unser Zusammenleben langfristig verändern können, müssen Sorgen, Interessen und Gegenargumente zur Sprache kommen. Entscheidend ist, dass wir einander zuhören, Argumente prüfen und offene Fragen weiterverfolgen.

Mein Anspruch ist deshalb, den begonnenen Austausch in eine verlässliche Arbeitsweise zu überführen. Wer einen Hinweis gibt oder eine Frage stellt, soll nachvollziehen können, was daraus wird: Was ist noch offen? Was muss geprüft werden? Welche Überlegungen fließen in die weitere Beratung ein? Und wie wird eine Entscheidung begründet? Nicht jede Anregung wird sich umsetzen lassen. Auch die Gründe dafür sollten verständlich sein.

Dabei müssen die Rollen klar bleiben. Der Gemeinderat trägt seine Verantwortung für die Entscheidungen der Gemeinde. Die gesetzlich vorgesehenen Beteiligungsverfahren und gegebenenfalls ein zulässiger Bürgerentscheid haben ihre eigene Bedeutung. Unsere Gesprächsformate sollen diese Verfahren vorbereiten und ergänzen. Mit meiner am 20. September veröffentlichten Absichtserklärung zum weiteren Dialog habe ich deutlich gemacht, dass ich diesen Austausch fortsetzen möchte. Eine Entscheidung über den möglichen Windpark wird damit nicht vorweggenommen; ein zusätzliches Entscheidungsgremium entsteht dadurch ebenfalls nicht.

Beteiligung darf sich zugleich auf die ganze Breite unseres Gemeindelebens richten. Ein Beispiel aus meinem Bericht ist das Grüne Band. Die gemeinsame Erklärung zu seinem Erhalt und seiner Förderung, deren Unterstützung und Unterzeichnung ich zugesagt habe, verbindet Naturschutz und Erinnerungskultur mit politischer Bildung, Tourismus und regionaler Entwicklung. Mich interessiert, welche konkreten Möglichkeiten sich daraus für unsere Ortsteile ergeben und welche Ideen die Menschen vor Ort dazu haben.

Ich wünsche mir, dass sich noch mehr Bürgerinnen und Bürger mit ihren Erfahrungen und Vorstellungen einbringen – auch diejenigen, die bisher selten bei einer Veranstaltung oder Gemeinderatssitzung dabei sind. Welches Thema sollte mehr Aufmerksamkeit bekommen? Was würde das Leben in Ihrem Ortsteil verbessern? Und welche Form des Austauschs würde es Ihnen erleichtern, sich zu beteiligen?

Sprechen Sie mich an oder schreiben Sie mir. Sie müssen dafür weder eine fertige Lösung noch ein ausgearbeitetes Konzept mitbringen. Eine konkrete Beobachtung, eine Frage oder eine Idee kann ein guter Anfang sein. Ich möchte gemeinsam mit Ihnen daran arbeiten, dass daraus etwas wird.

Ihr Jan Meine
Bürgermeister der Gemeinde Dähre

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